Heute ging es weiter auf der Ruta 40 von Belén nach Cafayate. Zunächst ging es durch die Quebrada de Belén, doch schon nach wenigen Kilometern öffnete sich das Tal wieder und die breite Steppe links und rechts lag wieder vor uns. Linker Hand konnte man einige Andenberge mit ihren Gletschern erkennen.

Unsere erste Zwischenstation waren die Ruinen von Quilmes. Hier siedelte bis in das Jahr 1667 ein Andenvolk, das ursprünglich um das Jahr 1000 n. Chr. von Peru kommend die Anden in östliche Richtung überquerte. Man ließ auf einer Anhöhe am Fuße der Anden nieder, mit herrlichem Bick auf die Ebene des Calchaquíes Tals. Im Laufe der Jahrhunderte wurde eine Siedlung in Form eines Dorfes aufgebaut. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts sah sich das Quilmes-Volk immer wieder Angriffen der Inca ausgesetzt. Doch alle Angriffe konnten auf Grund eines guten Verteidigungssystems abgewehrt werden.
Mit der Entdeckung und die Eroberung des neuen Kontinents durch die Spanier erreichte die Bedrohung aber eine neue Dimension. Die Übermacht der Europäer war auf Grund ihrer moderneren Waffen in Form von Feuerwaffen zu groß. Im Jahr 1667 mussten sich die Quilmes-Bewohner geschlagen geben. Die überlebenden 2600 Bewohner wurden zu Fuß nach Buenos Aires umgesiedelt. Nur 800 von ihnen erreichten das Ziel.
Die Quilmes-Ruinen sind gut erhalten bzw. wurden sehr gut restauriert. Ein hervorragendes, mit viel Liebe zum Detail eingerichtetes Informationszentrum gibt einen hervorragenden Über- und Einblick in die Geschichte der Ciudad Sagrada de Quilmes.
Auf unserem weiteren Weg reihte einige Kilometer vor Cafayate in einer Höhe von 1600-1700 Metern über dem Meeresspiegel ein Weinbaugebiet an das andere, jeweils mehrere Hektar groß. Neben der Hauptsorte Malbec werden bei den Rotweinen auch Cabernet Sauvignon, Tannat und Merlot angebaut, bei den Weißweinen Torontés, Chardonnay und Sauvignon Blanc.
Den Abend des längsten Tages des Jahres auf der Südhalbkugel haben wir am Plaza de Cafayate mit einem guten Essen und musikalischer Begleitung mit Música popular argentina.