Die Route an Heiligabend führte uns von Salta nach San Antonio de los Cobres und wieder zurück.

Die Strecke verläuft im Tal des Río Rosario sowie entlang der ehemaligen Bahnstrecke „Tren a las Nubes“ (übersetzt „Zug zu den Wolken). Der Name des Zuges macht schon deutlich, dass es hoch hinauf geht, und zwar von 1100-1200 m in Salta über den Pass Abra Blanca mit 4000 m nach San Antonio de los Cobres mit ca. 3800 m. Folglich gibt es unterwegs jede Mange interessante Brückenbauwerke zu sehen mit dem Viadukt La Polvortilla auf 4200 m als Höhepunkt.

Die Straße ist fast durchgehend asphaltiert und gut befahrbar, abgesehen von einigen Stellen, an denen der Asphalt von den Wassermassen weggespült wurde. Die Landschaft und die Vegetation ändern sich ständig, immer wieder andere Gebirgsformen sowie unterschiedliche Arten von Hochebenen, mal trockene Steppe, mal von Salzablagerungen durchsetzte Auen, mal saftige Wiesen. Dazu in einigen Passagen richtige Kakteenwälder mit mehreren Metern hohen Kakteen.

Die wenigen Häuser entlang der Stecke sind überwiegend mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, ein Segen für die Bewohner in dieser abgelegenen Region.
Auf der Strecke zeugt ein stillgelegtes Bergwerk von der wirtschaftlichen Bedeutung der Region, der daneben liegende Friedhof von den Opfern der harten Arbeit.

San Antonio de los Cobres liegt in einer ziemlich unwirtlichen Gegend, hat sich im Zentrum aber ganz nett herausgesputzt und hat inzwischen ca. 3700 Einwohner.
Auf der Rückfahrt hatten wir an der Stadtgrenze von Salta noch ein besonderes Erlebnis mit einer Polizeikontrolle. Von weitem nahmen Blaulicht, viele Polizeiautos und jede Menge Polizisten war. Davor stauten sich die Autos in beide Richtungen. Zuerst vermuteten wir einen Unfall, doch schnell merkten wir, dass es wohl eine großangelegte Polizeikontrolle ist. Uns fuhr ein Schreck in die Glieder, denn wir hatten den internationalen Führerschein und die Reisepässe im Hotel gelassen. Wir näherten uns langsam dem Kontrollpunkt. Ich ließ das Fenster auf der Fahrerseite herunter. Der Polizist hielt mir ein kleines Gerät entgegen und bat mich, einmal kurz zu pusten. Dann schaute er auf das Gerät, drehte es zu mir und lächelte: „Todo bién! Feliz navidad!“.
Hintergrund der ganhzen Aktion? In Argentinien wird Heiligabend nicht (nur) in der Familie gefeiert, sondern zum Teil auch in Restaurants oder anderen Lokalitäten. Dabei wird offensichtlich auch ganz schön gebechert. Deshalb die Kontrollen in dieser Intensität, wie wir sie nur von Silvester oder Karneval kennen.
Den Abschluss des Tages bildetet schließlich der Besuch der Christmette in der Basilika Kathedrale in Salta.
Am Ende des Gottesdienstes erhielten alle Besucher ein gesegnetes Stück Hefebrot.

